Tastuntersuchung

Urheber: blueringmediaDie Tastuntersuchung wird auch digital-rektale Untersuchung (DRU) genannt und wird von dem Hausarzt oder dem Urologen als Früherkennungsuntersuchung durchgeführt. Bei der Tastuntersuchung können allerdings nur oberflächlich gelegene und größere Tumore getastet werden. Dass bedeutet, dass Karzinome, die sehr klein sind oder ungünstig liegen, meistens durch die Tastuntersuchung unentdeckt bleiben. Zwar ist die Untersuchung des Mastdarms, auch Rektum genannt, und der Nachbarorgane, wie zum Beispiel der Prostata, einfach, schnell und schmerzlos, dennoch finden die meisten Männer die Untersuchung als unangenehm und peinlich. Liegen Veränderungen wie zum Beispiel Einrisse der Analschleimhaut oder eine Prostataentzündung vor, so kann es bei der Untersuchung etwas schmerzhaft werden. Doch in der Regel ist jeder Arzt bei der digital-rektalen Untersuchung vorsichtig. Da sich die Prostata unterhalb der Harnblase direkt vor dem Rektum befindet, so ist die Tastuntersuchung vom Rektum aus sehr gut zugänglich. Die Untersuchung liefert eine erste Orientierung bei Erkrankungen der Prostata – also auch bei einem Prostatakarzinom.

Bei der DRU werden zum Beispiel beurteilt:
  • Prostata: Größe, Form, Konsistenz, Abgrenzbarkeit, Druckschmerz, Verhärtungen, Knoten, Flüssigkeitsbewegungen
  • Analkanal: Schleimhauteinrisse, Schließmuskel – Spannung, Knoten
  • Rektum: Blutungen, Knoten
  • Samenblase (falls erreichbar): Größe, Konsistenz, Druckschmerz

Zusätzlich zu der digital-rektalen Untersuchung sollte möglichst ein zusätzlicher PSA-Test erfolgen, da der Prostatakrebs durch die alleinige Tastuntersuchung in den meisten Fällen nicht diagnostiziert werden kann. Denn bei einem positiv ausgefallenen Tastbefund, der unabhängig von einem PSA-Test erhoben wurde, haben etwa 40% der Tumore die Prostatakapsel schon durchbrochen, was die Heilungschancen verschlechtert. Wenn die Kombination der Untersuchungen, also sowohl die Tastuntersuchung als auch der PSA-Test, unauffällig war, so ist die Wahrscheinlichkeit an einem Prostatakarzinom erkrankt zu sein sehr unwahrscheinlich, aber dennoch nicht vollkommen ausgeschlossen.