Strahlentherapie

Bei einer Strahlentherapie werden radioaktive Strahlen direkt auf den Tumor geleitet, sodass sich die Krebszellen nicht mehr teilen können und im Enddefekt absterben.

Die Strahlentherapie verfügt über zwei Bestrahlungsmethoden: die so genannte perkutane Strahlentherapie und zum anderen die so genannte Brachytherapie.

Perkutane Strahlentherapie

Ist eine Strahlentherapie notwendig, so wird als erste Alternative die perkutane Strahlentherapie eingesetzt, die von außen auf die Tumorregion eingesetzt wird. Dazu wird als erstes die Prostata mit einer Computertomographie exakt abgebildet, um schließlich die betroffene Region  mit der vollen Strahlendosis zu treffen. Wichtig ist, dass so wenig Strahlung wie möglich an das umliegende gesunde Gewebe kommt und geschont wird.

Die Strahlung wird über sieben bis neun Wochen in einzelnen Sitzungen von mehreren Seiten auf den Tumor gerichtet. Dabei wird abgewägt, ob eine Hohe Strahlendosis eingesetzt wird, was zwar bessere Behandlungserfolge bringt, aber andererseits deutlich stärkere Nebenwirkungen mit sich bringt, oder ob man lieber eine geringere Strahlendosis anwendet.

Liegt ein lokal fortgeschrittener Prostatakarzinom vor, so wird empfohlen eine zusätzliche Hormontherapie durchzuführen. Diese soll im Idealfall etwa zwei bis drei Monate vor der perkutanen Strahlentherapie eingesetzt werden und über mindestens 2 bis 3 Jahre fortgesetzt werden.

Brachytherapie

Bringt die perkutane nicht den gewünschten Erfolg, so kann als Alternative die Brachytherapie erfolgen. Es handelt sich dabei um eine Kurzdistanzbestrahlung, wobei man zwischen zwei unterschiedlichen Verfahren unterscheidet: die so genannte Seed – Implantation, auch LDR – Brachytherapie genannt, und das Afterloading, auch HDR – Brachytherapie genannt.

Seed-Implantation (LDR-Brachytherapie)

Bei diesem Verfahren werden winzige Strahlenquellen mit kurzer Strahlung, die so genannten Seeds, in die Prostata eingesetzt. Mit Hilfe von Punktionsnadeln und Ultraschallkontrolle erfolgt unter einer Rückenmarknarkose oder einer leichten Vollnarkose die Platzierung, was etwa zwei Stunden dauert. Auf diese Art und Weise werden die Krebszellen von der radioaktiven Strahlung, die von den Seeds abgegeben wird, zerstört.

Befindet sich der Prostatakrebs noch im Anfangsstadium, so ist die Brachytherapie genauso gut wirksam wie die perkutane Strahlentherapie.

Es sollte allerdings beachtet werden, dass eine Seed-Implantation nicht bei einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Prostatatumor angewendet werden sollte, da so nicht der gewünschte Therapieerfolg erfolgen kann.

Afterloading (HDR-Brachytherapie)

Bei einem Afterloading wird für eine kurze Zeit eine radioaktive Strahlenquelle über eine Hohlnadel in die Prostata eingebracht. Dadurch werden die Tumorzellen zerstört.

Bei dem ein oder anderen Patienten wird diese Art der Strahlentherapie auch als zusätzliche Maßnahme nach der Operation durchgeführt, also die so genannte adjuvante Strahlentherapie. Auf diese Art und Weise soll das Risiko eines Rezidiv, also einer Wiederkehrung der Krebserkrankung, vermindert werden. Ebenso wird diese Bestrahlungsart auch oft zur gezielten Bekämpfung von Metastasen angewendet.

Außerdem können so starke Schmerzen gelindert werden, wenn eine Heilung der Krebserkrankung nicht mehr möglich ist.

Folgen einer Strahlentherapie

Trotz der modernen Bestrahlungstechniken in der heutigen Zeit, ist es möglich, dass die Nachbarorgane vorübergehende Beschwerden verursachen. Weitgehend werden diese zwar geschont, jedoch kann es in Folge der Strahlentherapie zum Beispiel zu einer Entzündung des Darms oder der Blase kommen.

Allerdings sind die Symptome mit Medikamenten gut behandelbar und klingen in kurzer Zeit wieder ab. Lediglich in seltenen Fällen, etwa in 3 bis 5 Prozent, kann es zu einer chronischen Strahlenentzündung des Darms oder der Blase kommen.
Zu den weiteren häufigen Nebenwirkungen wird die Impotenz gezählt, die in etwa 30 bis 40 Prozent der Fälle in den ersten 5 Jahren nach der Strahlentherapie auftritt.