Operation

Beschränkt sich der Tumor lediglich auf die Prostata, so ist es in vielen Fällen sinnvoll diesen durch eine operative Entfernung der Prostata, der sogenannten Prostataektomie, zu beseitigen. Gelingt diese Operation, so wird dies eine R0-Resektion genannt.
Außerdem werden häufig gleichzeitig die Samenblase und, je nachdem wie hoch das Risiko ist, die Lymphknoten des Beckens entnommen, um die Ausbreitung der Tumorzellen über die Lymphbahnen zu verhindern.
Mittels eines Mikroskopes werden die entfernten Lymphknoten betrachtet, wobei der Arzt feststellen kann, wie weit sich die Krebserkrankung ausgebreitet hat. Anhand des Ergebnisses kann  gesagt werden, welche weitere Therapie notwendig ist. Anschließend an der Entfernung der Prostata wird die Harnröhre wieder mit der Blase verbunden, sodass auf dem natürlichen Wege eine normale  Blasenentleerung möglich ist.
Es bestehen gute Chancen auf eine Heilung, wenn sich wirklich der Tumor auf die Vorsteherdrüse beschränkt hat und noch kein anderes Gewebe oder sogar Organe angegriffen hat. Je weiter der Tumor allerdings gestreut hat, desto geringer ist die Chance eine R0-Resektion zu erreichen und eine Tumorfreiheit zu erreichen.

Folgen der Operation

Wie bei jeder Operation können unerwünschte Folgeerscheinungen nicht immer vermieden werden. Bei der Prostataentfernung kann es zu ungewolltem Wasserlassen (Harninkontinenz) oder zum Verlust der Erektionsfähigkeit (Impotenz) kommen.

Nach der Operation kommt eine vorübergehende Harninkontinenz recht häufig vor, da es in der Regel einige Wochen oder sogar Monate dauert bis die Haltefunktion des Harnröhrenschließmuskels wieder komplett hergestellt ist. Dieser Prozess kann allerdings durch gezieltes Beckenbodentraining gefördert werden und gleichzeitig einer langfristigen Harninkontinenz entgegenwirken. Bei etwa 5 bis 10% aller betroffenen Patienten kommt es zu einer bleibenden Inkontinenz.

Bei der Prostataektomie kann es dagegen zu einer Impotenz kommen, wenn bei der operativen Maßnahme die Nervenstränge verletzt werden, die für eine Erektion verantwortlich sind. Da die Nervenstränge sowohl recht als auch links an der Prostata entlang laufen, kann es sein, dass die Nervenbündel von der Operation verschont bleiben können. Dies hängt jedoch davon ab, wie weit sich der Prostatakrebs ausgebreitet hat.
Auch hängt dies natürlich auch vom Alter des Betroffenen ab. Etwa 50 bis 60 % der Patienten können von einer Impotenz verschont bleiben.