Kälte- und HIFU-Therapie

Weitere Behandlungsmethoden sind die Kältetherapie und die HIFU-Therapie.

Kältetherapie

Die Kältetherapie, welche auch Kryotherapie genannt wird, ist eine Behandlungsmethode bei Prostatakrebs, die allerdings recht selten und auch ungern angewendet wird, da die wissenschaftliche Nachweise für die Wirksamkeit nicht ausreichend bestätigt wurden. Bei der Kryotherapie wird mit dem gezielten Einsatz von Kälte versucht die Prostatatumorzellen abzutöten. Dafür werden unter Narkose kleine Sonden in die Prostata eingebracht, die die Fähigkeit haben die Vorsteherdrüse Schock – zu gefrieren und anschließend sie wieder auftauen zu lassen. Dieser Vorgang wird in der Regel noch ein weiteres Mal wiederholt, um ein noch wirkungsvolleres  Ergebnis zu erzielen. Da die Kälte allerdings nicht nur die Tumorzellen abtötet, sondern auch die gesunden Zelle, sind Risiken und Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Impotenz, Inkontinenz und anhaltende Schmerzen relativ häufig.
Generell wird die Kryotherapie eher wie eine experimentelle Therapie angesehen, da es auch keine Langzeitergebnisse gibt.

HIFU-Therapie

Die so genannte HIFU-Therapie, dessen Abkürzung Hoch Intensiv Fokussierter Ultraschall bedeutet, gilt zur Zeit als neue Hoffnung gegen den Prostatakrebs. Jedoch ist die Behandlungsmethode noch nicht ausreichend getestet und erforscht worden. Nur wenige Patienten wurden bislang weltweit mit der HIFU-Therapie behandelt. Auch wurden die möglichen Nebenwirkungen, die erst Jahre nach dem Behandlungsende auftreten können, noch nicht genügend  erforscht. Allerdings konnte in einer Studie schon Langzeitergebnisse von Betroffenen mit einem lokalisierten Prostatatumor sicher stellen. Aus diesem Grund ist die HIFU-Therapie ein experimentelles Verfahren, welches noch getestet wird und deswegen auch nur im Rahmen der Studien angewendet werden sollte.

Nachteile einer HIFU-Therapie

Der Tumor entwickelt sich, anders als bei der gutartigen Prostatavergrößerung, in der Regel in der Region der Prostatakapsel und somit geradezu in der Nähe des Enddarms. Aus diesem Grund besteht ein recht hohes Risiko einer Fistelbildung und einer Darmverletzung, wenn die Ultraschallwellen mit einer hoher Energie auf die Prostata trifft und das Prostatagewebe daraufhin zerstört wird. Auch kann in mehreren Fällen durch die Hitzeeinwirkung die Potenz des Mannes im negativen Sinne beeinflusst werden. Natürlich ist eine potenzerhaltene Teilbehandlung möglich, allerdings besteht die Gefahr, dass das Gewebe nicht vollständig entfernt wird und somit eine definitive Beseitigung des Karzinoms nicht gewährleistet ist. Besteht eine vergrößertes Prostatavolumen, so die Prostata zuerst operativ verkleinert werden, da nicht genug Energie in das Innere des Organs hingelangt. Es kann also nicht von einem „Minimalinvasiven Verfahren“ die Rede sein.