Hormontherapie

Um einen Prostatakrebs zu therapieren wird sich oft zu einer Hormontherapie entschieden. Dies lässt sich auch gut mit einer anderen Therapiemethode kombinieren.Bei der Hormontherapie gibt es 3 verschieden Möglichkeiten:

  • Unterdrückung der Testosteronproduktion
  • Anti Androgene
  • Intermittierende Therapie

Unterdrückung der Testosteronproduktion

Um die Testosteronproduktion unterdrücken zu können, hat man die Wahl zwischen einer Gabe spezieller Medikamente oder einer operativen Entfernung der Hoden, welche das Hormon Testosteron produzieren. Zwar liegt in der operativen Entfernung der Hoden der Vorteil, dass diese Maßnahme einmalig ist, doch können sich viele Patienten mit dem Verlust der „Männlichkeit“ nicht abfinden, gerade weil man den Schritt nicht rückgängig machen kann.

Zur Einnahme von Medikamenten, die die Testosteronbildung unterdrücken, stehen zwei verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung. Zum einen handelt es sich um Wirkstoffe, die eine hormonähnliche Wirkung haben und somit darüber hinaus indirekt die Testosteronproduktion hemmen. Diese Wirkstoffe nennt man LHRH-Analoga oder auch GnRH-Agonisten.

Zum anderen kommen Wirkstoffe zum Einsatz, die eine antagonistische Wirkung haben und somit direkt die Testosteronbildung unterdrücken. Solche Wirkstoffe werden GnRH – Antagonisten genannt.

Bei beiden Wirkstoffgruppen besteht die Möglichkeit, dass Nebenwirkungen auftreten. Darunter werden zum Beispiel Schweißausbrüche und Hitzewallungen gezählt. Häufig klagen die Betroffenen über sexuelle Antriebslosigkeit bzw. Impotenz. Zudem steigt das Risiko an Osteoporose der Diabetes mellitus zu erkranken.

Anti-Androgene

Auch die Gabe von Anti – Androgene kann die Wirkung des Testosterons blockieren, indem der zuständige Rezeptor in der Tumorzelle gehemmt wird. In einigen Fällen kann eine Kombinationstherapie mit LHRH-Analoga erfolgen, damit eine maximale Androgenblockade erreicht wird und das Karzinom vollständig von den wachstumsstimulierenden Hormonen, die allerdings trotz Therapie noch in geringer Konzentration vorhanden sind, ferngehalten wird.

Die Anti-Androgene werden auch als Alternativtherapie zu LHRH – Analoga eingesetzt, da diese ein geringeres Risiko an Nebenwirkungen hat. Trotzdem können Störungen der Leberfunktion oder des Magen – Darm – Traktes auftreten. Zudem schwellen bei vielen Patienten die Brustdrüsen, was auch mit Schmerzen verbunden sein kann.

Intermittierende Therapie

Liegt bereits ein fortgeschrittener Tumor vor, so wird die Hormonbehandlung zu einer Dauertherapie. Das bedeutet, dass diese solange angewendet wird, bis keine ausreichende Wirkung mehr vorhanden ist. Dabei wird oft eine intermittierende Therapie durchgeführt. Dabei wechseln sich mehrmonatige Behandlungsphasen mit therapiefreien Intervallen ab. Aus diese Art und Weise soll die Entstehung von hormonunempfindlichen Tumorzellen länger  hinausgezögert werden. Außerdem gehen in der therapiefreien Zeit die aufgetretenen Nebenwirkungen zurück, sodass sich der Körper in dieser Phase erholen kann. Auch kommt in den meisten Fällen in dieser Zeit auch die Potenz des Mannes zurück, was zu einer wesentlichen Verbesserung der Lebensqualität führt.
Es sind zu der intermittierenden Therapie keine zuverlässigen Studien geführt worden, sodass diese Therapieform zwar eine Alternative zu anderen Behandlungsmöglichkeiten darstellt, sie dennoch nicht ausdrücklich empfohlen wird.

Ist die Hormontherapie lange genug durchgeführt worden, so wachsen die Tumorzellen hormonunabhängig weiter. Aus diesem Grund ist dann eine antihormonelle Behandlung nicht mehr ausreichend, sodass die nächste Stufe des Behandlungsablaufs erforderlich wird – die Chemotherapie.